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WisdomTree: Rückblick: Bitcoin im 1. Halbjahr 2021

WisdomTree: Die erste Hälfte des Jahres 2021 war für Bitcoin, sowohl in Bezug auf seinen Kurs als auch auf die allgemeinen Entwicklungen, besonders interessant.

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 von Florian Ginez, Associate Director, Quantitative Research, WisdomTree


Bitcoin startete mit einem Kurs von knapp 30.000 USD in das Jahr und legte bis April auf 63.500 USD zu. Dadurch erreichte es eine Marktkapitalisierung von knapp 1,2 Billionen USD, zog sich aber Mitte Mai wieder auf einen Kursbereich von 30–40.000 USD zurück.

Der anfängliche Kursanstieg war vor allem auf die positive Stimmung zurückzuführen, die in der zweiten Jahreshälfte 2020 an Dynamik gewonnen hatte. Zahlreiche grosse Unternehmen, wie PayPal, hatten die Integration von Kryptowährungen auf ihren Plattformen bekannt gegeben. Andere kündigten bilanzwirksame Anlagen in Bitcoin an, darunter MicroStrategy, Square und Tesla. Letzteres Unternehmen begann sogar, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Zur gleichen Zeit kamen in Kanada notierte Bitcoin-ETFs auf den Markt, die hohe Kapitalzuflüsse verzeichneten und den europäischen Markt in Bezug auf das verwaltete Vermögen in sehr kurzer Zeit überholten.

Doch dann kam es auf dem Markt zur Wende. Elon Musk verkündete auf Twitter, dass Tesla aufgrund von ökologischen Bedenken keine Zahlungen in Bitcoin mehr annehmen werde, und löste dadurch den Abwärtstrend auf dem Markt aus. Zusätzlich dazu gab China bekannt, beim Mining und beim Handel von Bitcoin im Land durchzugreifen. Dies löste die „grosse Mining-Migration“ aus, wie sie von einigen genannt wurde, da die Miner nun einen Umzug nach Nordamerika, Europa oder Zentralasien anstreben. In anderen Ländern, beispielsweise dem Iran, wurden ähnliche Maßnahmen ergriffen.

Unseres Erachtens haben diese aktuellen Ereignisse nicht notwendigerweise langfristig negative Auswirkungen. Erstens trug der Kurssturz wahrscheinlich dazu bei, einen überhitzten Markt abzukühlen, was insbesondere zu einem Schuldenabbau im System führte – und attraktivere Einstiegspunkte für Investoren bot, die ein Engagement in Bitcoin anstrebten. Zweitens könnten die Bedenken hinsichtlich der durch Bitcoin verursachten Umweltbelastung Veränderungen in der Vorgehensweise der Miner anstossen und zu mehr Transparenz und einer stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien führen. Die Gründung des Bitcoin Mining Councils in Nordamerika nach dem Tweet von Musk ist ein Beispiel für einen Schritt in die richtige Richtung. In einer Welt, in der Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Belange (Environmental, Social und Governance, ESG) immer mehr an Bedeutung gewinnen, werden sich solche Entwicklungen voraussichtlich auf die Nachfrage durch die Investoren auswirken.

Was die Nachfrage durch die Investoren angeht, haben wir einen spürbaren Wandel bei der Art der Investoren festgestellt, die Interesse an Kryptowährungen zeigen. Immer mehr grosse Institutionen fragen den Bereich an, darunter grosse Banken und Vermögensverwalter sowie Pensionsfonds und sogar Versicherungsunternehmen. Die meisten dieser Akteure befinden sich hierbei noch in einer Frühphase, grünes Licht für eine Anlage in Bitcoin zu erhalten. Dies zeigt jedoch, dass große Institutionen die Augen offen halten.

Der Erfolg der kanadischen Exchange Traded Funds (ETFs) beweist noch zusätzlich das Interesse der Investoren in diesem Bereich. Es richtet sich nun die ganze Aufmerksamkeit auf die USA, wo einige Krypto-ETF-Anträge bei der Securities Exchange Commission (SEC) eingegangen sind. Dazu gehören Anträge für Bitcoin-ETFs wie auch für Ether-ETFs. Die SEC hat ihre Entscheidung in Bezug auf mehrere dieser Anträge im Laufe der ersten Jahreshälfte aufgeschoben. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte weiterentwickeln wird oder nicht. Unseres Erachtens wäre eine Genehmigung ein sehr positives Signal an den Markt. Die Kapitalflüsse in kanadische Kryptowährungs-ETFs werden häufig als Ersatz für das Interesse betrachtet, das in den USA vorhanden sein könnte. Ein Bitcoin-ETF würde US-Investoren helfen, sich in diesem Bereich auf bekannte und sichere Weise zu engagieren, und könnte signifikante Kapitalflüsse anlocken.

Bitcoin macht weiterhin Schlagzeilen. Die erste Jahreshälfte ging mit der Nachricht zu Ende, dass Bitcoin in El Salvador zum gesetzlichen Zahlungsmittel wurde, dem ersten Land, das einen solch visionären Schritt wagt. Paraguay scheint dies ebenfalls zu beabsichtigen. Bei diesen Entscheidungen wird es sich nicht um die letzten Meldungen handeln, dass Bitcoin in Schwellenländern möglicherweise zum gesetzlichen Zahlungsmittel werden soll. Trotz der Rückschläge, die digitale Assets als neuer Vermögenswert erleiden, bieten sie für die Investoren zahlreiche positive Aspekte. Wir behalten die Entwicklungen rund um Bitcoin weiter im Blick und sind gespannt, was der Rest des Jahres für die Kryptowährung bereithält.

Quelle: ETFWorld

 

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