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WisdomTree : Der “Buffett-Faktor“ unter neuem Gesichtspunkt

In den letzten sechs Wochen drehten sich die Gespräche an den Finanzmärkten weiterhin um die aktuellen und künftigen Auswirkungen der «einmaligen» Abwertung des chinesischen Yuan. Für Marktteilnehmer war dieser

Eines der beliebtesten Themen in unseren diesjährigen Blogs war das Thema Smallcaps bzw…..

 
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Nebenwerte. In diesem Macro Alert beleuchten wir die Gemeinsamkeiten zwischen unserer Methode der Dividendenindexierung und der Art, wie Warren Buffett potenzielle Übernahmen prüft. Die wichtigsten Aspekte sind:

Übernahmekriterien für Berkshire Hathaway Inc. (1)

•             Unternehmen hat dauerhafte Ertragskraft bewiesen;

•             Sparten verdienen solide Eigenkapitalrendite (ROE) und sind wenig oder gar nicht fremdfinanziert.

Die zentrale Aussage ist „Sparten verdienen solide Eigenkapitalrendite (ROE) und sind wenig oder gar nicht fremdfinanziert“. Andererseits hat die Diskussion um die Qualität bei der Aktienanlage eine lange Historie. Warren Buffett ist nicht der Einzige, der sie erwähnt.

Qualitätskriterien von Benjamin Graham

Auch Benjamin Graham, einer der Lehrer von Buffett, der als einer der Begründer des Value Investments gilt, legte großen Wert auf Qualitätsattribute. Grahams Kriterien werden häufig bei der Suche nach preiswerten Unternehmen verwendet. Aber er legte mindestens ebenso großen, wenn nicht gar mehr Wert auf Qualitätsattribute.

Qualitätsattribute nach Benjamin Graham (2)

•             „Adäquate“ Unternehmensgröße als Schutz vor dem Auf und Ab der Wirtschaft

•             Solide finanzielle Verhältnisse, gemessen an der Liquiditätskennzahl über zwei und Betriebskapital, das die langfristigen Schulden übersteigt

•             Stabile Erträge, d.h. über zehn Jahre positive Erträgen ohne Unterbrechung

•             Dividendenzahlungen über mindestens 20 Jahre ohne Unterbrechung

•             Anstieg des Gewinns je Aktie um mindestens ein Drittel in den letzten zehn Jahren

Der Faktor operativer Gewinn nach Fama und French

Kenneth French und Eugene Fama kommen in ihren Studien zu einem ähnlichen Ergebnis. In ihrer Studie „A Five-Factor Asset Pricing Model“ (Fünf-Faktoren-Preismodell für Kapitalanlagen) vom September 2014 nennen sie operative Gewinne als Jahres-Umsatzerlöse abzüglich Umsatzaufwand, Zinsaufwand sowie Betriebs-, allgemeine und Verwaltungsaufwand (SG&A), in der Summe dividiert durch das Eigenkapital zum Buchwert. Bemerkenswert ist, dass dies dem Buffett-Kriterium oben entspricht: ein Unternehmen mit guter Rendite (Gewinn) auf sein Eigenkapital (Buchwert) – in anderen Worten, mit einem hohen ROE.

Eine Aufgliederung des US-Marktes in Quintile nach operativem Gewinn betont ebenso, dass hochwertige Aktien sich über längere Haltefristen besser entwickelt haben.

Das Spektrum der Quintile nach operativem Gewinn vom 30. Juni 1963 bis 30. Juni 2015

buffet factor

Quelle: Kennet French Datenbibliothek mit Daten per 30.06.2015. Perioden basierend auf Verfügbarkeit von operativen Renditen, sortiert in Quintile mit Beginn 30.06.1968. Frühere Wertentwicklungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Renditen zu. Sie können nicht direkt in einen Index investieren.

Die beiden Top-Quintile schlagen den Markt: Wir sehen, dass die beiden Top-Quintile den Markt an zwei Fronten schlagen: beim mittleren Jahresumsatz und bei der Sharpe Ratio. Mit anderen Worten: Diese Überrendite wurde nicht mit einem wesentlichen höheren Risiko erzielt.

Grantham zur Frage, warum Qualität sich über längere Zeiträume besser entwickelt

Einer der Investmentpraktiker mit langjähriger Erfahrung ist Jeremy Granthams Firma GMO. In einem Artikel aus dem Jahr 2004 (3) schrieb GMO über Qualitätsunternehmen:

„… selbst wenn viele dieser Unternehmen generell Jahr um Jahr hohe Gewinne erzielen, sind sie systematisch unterbewertet, weil ihnen Volatilität fehlt. Statt für diese Unternehmen zu viel zu zahlen, wie es nach der Finanztheorie aufgrund ihres niedrigen Risikoprofils zu erwarten wäre, tritt genau das Gegenteil ein: die Aktionäre zahlen zu wenig. Das führt dazu, dass Anleger in hochwertigen Unternehmen sich Jahr für Jahr über Renditen von 15 % und mehr freuen, ohne zu viel zu bezahlen. Natürlich können in einem bestimmten Jahr minderwertige Titel eine isolierte Rally hinlegen und hochwertige Aktien können sich unterdurchschnittlich entwickeln. Aber über längere Haltefristen sind hochwertige Titel stets als Sieger hervorgegangen. Egal, welchen Maßstab man für die Auswahl von Qualitätsaktien anlegt – Leverage, Profitabilität, Ertragsvolatilität oder Beta – Aktien mit hoher Qualität schlagen die Aktien mit niedriger Qualität.“

Mit anderen Worten: Der Wunsch, das „nächste große Ding“ zu finden, übt eine so große Macht auf die Anlegerpsyche aus, dass die Konzentration auf Qualitätsunternehmen zumindest in der Vergangenheit eine Methode ist, um Überrenditen zu erzielen.


(1) Quelle: Berkshire Hathaway Jahresbrief an Aktionäre, von Warren E. Buffett, 28.02.2015

(2) Quelle: Benjamin Graham, „The Intelligent Investor“ (4. überarbeitete Auflage), Harper & Row, 1973.

(3) „The Case for Quality – The Danger of Junk“, GMO White Paper, 3/04

 

Quelle: ETFWorld.ch

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