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Mittelflüsse bei Rohstoff-ETPs zeigen sich trotz sinkender Preise beständig

Rohstoff-ETPs waren im dritten Quartal stark von  dem anziehenden US-Dollar und den Sorgen um das Wirtschaftswachstum in China und Europa betroffen. So  sind viele Kurse bis auf die Produktionskosten der jeweiligen Rohstoffe gesunken….


Nicholas Brooks, Leiter Research und Investmentstrategie bei ETF Securities


Nach zwei Quartalen mit Zuwächsen gab das verwaltete Vermögen um 12,6 Milliarden US-Dollar auf 110,7 Milliarden US-Dollar nach, was dem niedrigsten Stand seit dem ersten Quartal 2010 entspricht. Allerdings haben die sinkenden Kurse fast 96 Prozent des Rückgangs im verwalteten Vermögen verursacht, während  die Nettomittelabflüsse im dritten Quartal mit 550 Millionen US-Dollar relativ zurückhaltend ausfielen.  
 
Die hohe Beständigkeit bei den Mittelflüssen geht  voraussichtlich  auf  mehrere  Faktoren zurück: Erstens haben die meisten grossen, gehebelt investierenden  taktischen Marktteilnehmer  ihre Positionen  bei Rohstoff-ETPs  bereits 2013 bereinigt, wie die hohen Mittelabflüsse im Vorjahr belegen.  Der Grossteil der heute in Rohstoffen engagierten
Investoren neigt zu strategischen Investments mit einem mittleren bis langfristigen Anlagehorizont.  Diese Investoren  reagieren daher weniger sensibel auf kurzfristig schwankende Preise.  
 
„Wenn man davon ausgeht, dass die USA ihren derzeitigen wirtschaftlichen Erholungskurs beibehalten, liegt der Schlüssel für die Wertentwicklung und die Mittelflüsse in den verbleibenden Monaten  2014 und 2015 darin, wie erfolgreich Europa und China ihre Volkswirtschaften wieder in Gang setzen“, erklärt Nicholas Brooks, Leiter Research und Investmentstrategie bei  ETF Securities: „Ein stärkeres wirtschaftliches Wachstum in diesen beiden wichtigen Märkten würde nicht nur helfen, die Nachfrage nach Rohstoffen erheblich zu erhöhen und die generelle Marktstimmung  zu  verbessern. Darüber hinaus würde damit auch die jüngste starke Aufwertung des US-Dollar an Schwung verlieren. Denn die Aufwertung geht  gleichermassen  auf die  Schwäche in anderen Märkten  wie  auf  die Verbesserung des US-Marktes zurück und hat die Entwicklung der Rohstoffe belastet. Die intensiveren Massnahmen von EZB-Präsident Mario Draghi zur geldpolitischen Lockerung und die Politik Chinas in den nächsten Monaten und Quartalen könnten  die gewünschten Impulse für die Rohstoffmärkte sein.“   
 
Die wichtigsten Entwicklungen im ETP-Markt im dritten Quartal 2014:
–  Die hohe Beständigkeit in den Mittelflüssen spiegelt den strategischen Ansatz der Investoren wider, die aktuell Rohstoff-ETPs halten. Dagegen hatten 2013 viele gehebelt investierende, taktische Investoren ihre Positionen abgebaut.

–  Viele Rohstoffe notieren derzeit zu den günstigsten Kursen gemessen an ihren Produktionskosten seit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise 2008.
Insbesondere einige der Rohstoffe und Segmente mit den stärksten Kursrückgängen ziehen daher langfristig orientierte Value-Investoren an.  

–  Gold-ETPs machen nahezu 60 Prozent des Rückgangs im weltweit in Rohstoff-ETPs verwalteten Vermögen aus. Das in diesen Produkten verwaltete Vermögen ist um 7,4 Milliarden auf 69 Milliarden US-Dollar gesunken. Der über das Quartal gefallene Goldpreis hat 82 Prozent dieses Rückgangs ausgemacht.
Zwar haben Investoren in den Phasen mit Kursrückgängen ihre Positionen abgebaut, aber die Verkäufe fielen erheblich zurückhaltender aus als während der Kursstürze 2013. Dies deutet darauf hin, dass die meisten taktischen Investoren ihre Positionen bereits aufgelöst haben.  

–  Nach Gold hat Platin die höchsten Mittelabflüsse im dritten Quartal verzeichnet. Investoren zogen 194 Millionen US-Dollar aus Platin-ETPs ab, da die Kurse nachgaben und Investoren ausgedehnte Positionen abgebaut haben.
 
–  Silber-ETPs hatten im dritten Quartal den stärksten Mittelzuwachs und verzeichneten Nettomittelzuflüsse in Höhe von 452 Millionen US-Dollar, obwohl oder vielleicht auch weil der Silberkurs stark nachgegeben hat. Viele Investoren sehen offenbar einen Silberkurs unter 20 US-Dollar per Unze als gutes langfristiges Einstiegsniveau.  

–  Auch in ETPs auf Agrargüter steckten Investoren im zurückliegenden Quartal neue Mittel. Günstige Kurse haben Anleger zu einem Einstieg in viele Getreidesorten sowie in Baumwolle bewegt.

–  ETPs, die breite Rohstoffindizes abbilden, erlebten Mittelzuflüsse in Höhe von 561 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2014. Offenbar fangen strategische Investoren wieder an, Rohstoffe als attraktivere Anlageklasse zu betrachten. Denn die Bewertungen an den Aktien- und Anleihemärkten sind stark gestiegen, während die Rohstoffkurse gesunken sind.  

–  Öl-ETPs flossen im August hohe Mittel zu, da die Preise nachgaben. Allerdings haben sich diese Mittelflüsse im September gedreht. Einige Investoren haben ihre Positionen angesichts anhaltender Kursrückgänge wieder aufgegeben. Über das gesamte Quartal zogen Investoren aus den Öl-ETPs Mittel in Höhe von 83 Millionen US-Dollar ab. Gleichzeitig haben Investoren vorsichtig begonnen, ihre Positionen in Erdgas auszubauen. So haben sie 21 Millionen US-Dollar in die Erdgas-ETPs investiert, während der Kurs von Erdgas von seinen Höchstständen nachgab.

–  Die Mittelflüsse bei ETPs auf Industriemetalle zeigten keine einheitliche Richtung. Im Ergebnis steckten Investoren netto lediglich neue Mittel in Höhe von 29 Millionen US-Dollar in den Sektor. Während Kupfer-ETPs Mittelabflüsse in Höhe von 29 Millionen US-Dollar verzeichneten, bauten Investoren ihre Positionen in den ETPs auf Aluminium und Nickel ebenso aus wie in den ETPs, die einen breiten Korb von Industriemetallen abbilden.

Source: ETFWorld.ch

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