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ETFSecurities: Markteinblick – Devisen: Auswirkungen des EU-Referendums

Möglicher Brexit erhitzt wieder die Gemüter: Nachdem das Lager der EU-Befürworter Ende Mai in den Meinungsumfragen scheinbar unangefochten in Führung gegangen…

 
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war, äußerte sich die Erleichterung des Markts in einer Stärkephase des Pfund Sterling. Die anstehende Abstimmung war mit weniger Unsicherheit behaftet. Doch war die Atempause nur von kurzer Dauer. In sechs der acht letzten Umfragen lagen die EU-Gegner mit durchschnittlich drei Prozentpunkten vorne (Quelle: Brexit-Umfragebarometer der Financial Times), was die Sorgen der Anleger wieder weckte und zeigte, was am 23. Juni auf dem Spiel steht. Interessanterweise stehen die Wettchancen eines Brexit laut einer Stichprobe von 24 Wettbüros im Schnitt bei rund 30 % – für Marktteilnehmer, die die ihnen anvertrauten Vermögenswerte schützen müssen, wahrscheinlich keine große Beruhigung (s. Abb. 1). Da eine Zinsanhebung in diesem Monat in den USA zunehmend unwahrscheinlicher scheint, ist das EU-Referendum das wichtigste Ereignis im Kalender und die adäquate Vorbereitung der Portfolios steht bei den Anlegern ganz oben auf der Aufgabenliste. Im Folgenden widmen wir uns der Frage, wie der Ausgang der Abstimmung die wichtigsten Vermögenswerte beeinflussen dürfte.

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Pfund Sterling: Unmittelbar betroffen 

– Im Falle eines Brexit wird die Schockwelle wohl zuerst über die Devisenmärkte rollen und das Pfund Sterling in die eine oder andere Richtung katapultieren. Das eindeutigste Barometer für die Brexit-Sorgen des Markts war in der letzten Zeit das Pfund, das seit Mitte November auf handelsgewichteter Basis bereits um 9,1 % nachgegeben hat. Den größten Raum in der Diskussion um die Austrittsentscheidung nehmen die ungewissen Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen Großbritanniens zur EU ein. Immerhin ist die EU mit 47 % der größte Abnehmer britischer Exporte (Quelle: ONS). Die verschiedenen Szenarios der Studien von PWC, Oxford Economics und dem Centre for Economic Progress (CEP) kommen alle zu dem Schluss, dass ein EUAustritt den britischen Handel beeinträchtigen würde. Das erklärt, warum das Pfund das erste und hauptsächliche Opfer eines Brexit sein dürfte. Da eine eventuelle Austrittsentscheidung die erste dieser Art sein würde, weisen die Marktprognosen, wie weit das Pfund Sterling im Fall des Falles nachgeben werde, eine breite Streuung auf. Das Finanzministerium spricht von einem Rückgang von 12 %, während einige Sell-Side-Analysten, etwa die der Credit Suisse, sogar von über 20 % ausgehen. 

Bei einem Verbleib in der EU würden zurückgestellte Investitionsprojekte wieder aufgenommen werden und das Vertrauen der Verbraucher und der Wirtschaft wieder zunehmen, was das Pfund Sterling auf dem aktuell gedrückten Niveau unterstützen könnte. Die starke Abhängigkeit Großbritanniens vom Finanzsektor und das große Leistungsbilanzdefizit machen das Pfund anfällig für Schwankungen. Das bedeutet aber auch, dass es sich kräftig erholt, wenn sich ereignisbedingte Unsicherheiten klären oder Phasen der Marktinstabilität abklingen (s. Abb. 2: EU-Referendum eröffnet Chancen in Pfund Sterling).

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Britische Aktien: Finanz- und Immobilientitel gefährdet 

– Der Ausgang der Abstimmung dürfte sich auf die Entwicklung der britischen Aktien gleich in mehrfacher Hinsicht auswirken. Die Großunternehmen des FTSE 100 erwirtschaften verglichen mit den Unternehmen des breiteren FTSE 250 einen wesentlich kleineren Teil ihrer Umsätze in Großbritannien. Ein Brexit-Szenario könnte also der Wettbewerbsfähigkeit der größeren, internationaler aufgestellten Firmen aufgrund der Abschwächung des Pfund Auftrieb verleihen, kleineren Unternehmen, die ihre Umsätze im Inland erwirtschaften, aber schaden. Darüber hinaus könnte es zu erheblichen Ausschlägen in Bereichen kommen, in denen die Auslandsaktivitäten reguliert sind oder das Verbrauchervertrauen von der Abstimmung betroffen ist, zum Beispiel in den Sektoren Finanzen und Immobilien. 

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Gold: Traditionelle Versicherung 

– Gold gilt traditionell als sicherer Hafen, der in Phasen erhöhter Unsicherheit und Marktturbulenzen Schutz bietet (s. Abb. 3). Das Abstimmungsergebnis, das mit der größten Unsicherheit verbunden ist, ist der EU-Austritt. Tritt dieser Fall ein, wird sich der Markt wohl sicheren Vermögenswerten zuwenden, was sich auf das gelbe Metall stützend auswirken könnte. Sollte sich Großbritannien für den Status quo entscheiden, ist eine scharfe Reaktion des Goldpreises weniger wahrscheinlich. Die Anleger werden ihre Aufmerksamkeit in der Folge wieder auf die Fed richten, von der sie Hinweise für die weitere Straffung der Geldpolitik erwarten

 

Quelle: ETFWorld.ch

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