ETFWorld.ch

ETF Securities – Wöchentlicher Rohstoffüberblick: Im oberen Bereich der Handelsspanne kommt es bei Rohöl zu Abflüssen

Bei Rohöl kam es in der zweite Woche in Folge zu Abflüssen, da sich Rohöl der Sorte Brent dem oberen Bereich der Handelsspanne nähert….

 
{loadposition notizie}
 

– Anleger verkaufen Short-Positionen in Pfund Sterling und Euro.

– Kursrückgänge bei Edelmetallen sorgen für Verkäufe von Silber und Platin und für verstärkte GoldKäufe.


Rohöl-ETPs (A1N49P) verzeichneten in der zweiten Woche hintereinander Abflüsse, da sich Rohöl dem oberen Ende der jüngsten Handelsspanne nähert. „Da Rohöl der Sorte Brent in der Nähe von 50 USD/Barrel stand, nahmen die Anleger bei Long-Positionen weiterhin Gewinne mit. Tatsächlich fällt es der Referenzgröße für Rohöl seit einigen Monaten schwer, die Marke von 50 USD/Barrel zu überspringen. Da das Fracking-Öl aus den USA auf diesem Niveau mittlerweile rentabel ist, droht hier immer eine Zunahme des Angebots“, meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. Die angebliche Stabilisierung des Rohölmarkts durch einige OPEC-Mitglieder stützte anfänglich die Preise, insbesondere weil die russische und iranische Beteiligung Grund zur Zuversicht gab. Saudi-Arabien erteilte dem Optimismus jedoch einen Dämpfer, als der Energieminister behauptete, dass die Marktkräfte bereits zur Wiederherstellung des Gleichgewichts beitrugen. Die US-Rohölbestände stiegen in der letzten Woche überraschend an, was Rohöl der Sorte WTI (A0KRJX) um 1,8 % drückte. Wir verzeichneten in der letzten Woche bei Long-Rohöl-ETPs Abflüsse in Höhe von 43,7 Mio. USD.

Die Anleger kürzten ihre Short-GBP-Positionen um 17,9 Mio. USD, da das Pfund Sterling den Tiefpunkt erreicht zu haben scheint. „Nachdem sich Großbritannien im Juni für den EU-Austritt entschieden hatte, wertete das Pfund Sterling um über 10 % ab – eine Folge des unausweichlichen Wirtschaftsabschwungs und der dauerhaften Unsicherheit, zu der es nun kommt, da das Land keinen Maßnahmenplan für den Brexit zustande gebracht hat“, so Hein. Die Wirtschaftsschwäche, die aggressive Lockerung der Geldpolitik und eine mögliche Aufblähung der Staatsfinanzen sind in den Kursen jedoch weitgehend berücksichtigt, sodass für eine weitere Abwertung kaum Spielraum besteht.

Anleger verkaufen Short-Positionen in Euro. ETPs, mit denen man in US-Dollar long und in Euro short gehen kann, wurden in Höhe von 9,0 Mio. USD verkauft, sodass sich die Zuflüsse der Vorwoche im Großen und Ganzen umkehrten. Nach der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um 1,1 % nahmen Anleger Gewinne mit.

Gold (A0LP78) verzeichnet in der sechsten Woche in Folge Zuflüsse. Da die Aufträge für langlebige Güter in den USA höher als erwartet ausfielen und die zweite BIP-Schätzung die solide wirtschaftliche Basis bestätigte, hat die US-Notenbank keinen Grund mehr, die Zinsen nicht anzuheben. „Yellen sicherte sich zwar nach allen Seiten hin ab und betonte, dass der Ausblick nach wie vor unsicher ist und dass sich die Geldpolitik nicht auf dem vorgegebenen Kurs befindet.  Aber sie äußerte sich auch dahingehend, dass die Argumente für eine Zinsanhebung in den letzten Monaten an Überzeugungskraft gewonnen haben“, so Hein. In der Folge fielen die Goldpreise um fast 1,5 %. Die Anleger kauften dennoch weiter Gold-ETPs (A0N62G), um die Sicherungsinstrumente ihrer Portfolios aufzustocken. Die Zuflüsse in Gold-ETPs markierten mit 121,5 Mio. USD ein Vier-Wochen-Hoch.

Palladium- und Silber-ETPs verzeichnen Abflüsse. Bei Palladium-ETPs (A0N62E) ist es bereits in der siebten Woche in Folge zu Abflüssen gekommen. In der letzten Woche waren sie mit 12 Mio. USD so hoch wie zuletzt im November 2015. Nach der 30%igen Rally seit Mitte Juni kam die Entwicklung in den letzten Wochen ins Stocken, was die Abflüsse noch verstärkte. Im Zuge des Kursrückgangs, den Silber (A0KRJ5) im August von 20 USD/oz. auf 18,50 USD/oz. erlitt, flossen 7 Mio. USD ab. „Die starke fundamentale Situation bleibt aber bei Silber ebenso wie bei Palladium unverändert, sodass sich derzeit ein guter Einstiegspunkt bietet“, mein Herr Hein. Bei beiden Metallen herrscht ein Angebotsdefizit, das ihnen im Aufwärtstrend des industriellen Zyklus zugute kommen dürfte. Die Verwendung von Palladium in Schadstoffminderungsgeräten und von Silber in der Photovoltaik wird wahrscheinlich dafür sorgen, dass mit der Verschärfung der globalen Umweltstandards auch die Nachfrage steigt.

 

Quelle: ETFWorld.ch

Ähnliche Artikel

WisdomTree: Coronavirus treibt Gold auf 7-Jahres-Hoch

1admin

SPDR Strategie Espresso: Erträge mit High Yield Anleihen generieren

1admin

SPDR: Investoren sollten selektiv vorgehen, um Fallstricke zu vermeiden

1admin