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ETF Securities – Wöchentlicher Rohstoffüberblick: Gold-Zuflüsse intakt, US-Zinsentwicklung nach dem Arbeitsmarktbericht unklar

Gold wird weiterhin als ein sicherer Hafen angesteuert, da die Zuflüsse in der siebten Woche in Folge moderat zunehmen…..

 
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– Goldminenunternehmen verlieren offenbar ihren Reiz, da wir zum ersten Mal in zehn Wochen Abflüsse verzeichnen.

– Anleger wenden sich vor der EZB-Sitzung von deutschen Aktien ab.


Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten mit 63,2 Mio. USD in der siebten Woche hintereinander Zuflüsse. Auch bei Silber-ETPs setzten sich die Zuflüsse fort, und zwar in Höhe von 1,4 Mio. USD. Nach dem Kursrückgang von 3,05 % im August kamen die Goldpreise in der letzten Woche wieder etwas zur Ruhe, da die Arbeitsmarktzahlen (ohne Landwirtschaft) unerwartet schwach ausfielen. Diese Situation erschwert der US-Notenbank die Zinsentscheidung, da sie nun die Auswirkungen der Beschäftigungszahlen und des ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe vor ihrer nächsten Sitzung im September abwägen müsste. Gemessen anhand des Satzes der Fed Funds Futures ging die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im September deutlich von 34 % auf 26 % zurück. „Wir halten trotzdem an unserer Auffassung fest, dass die Fed noch in diesem Jahr die Zinsen anheben wird. Die jüngsten Daten deuten lediglich darauf hin, dass die Zinsen wahrscheinlich eher im Dezember als im September angehoben werden“ meint Jan-Hendrik Hein, Associate Director – Head of German Speaking Regions. Ansonsten setzten sich bei Platin-ETPs (A0N62D) die Rekordabflüsse in der zehnten Woche hintereinander fort. Auch die Erwartungen für die künftige Nachfrage von Palladium (A0N62E) stehen unter Druck, da der saisonal angepasste US-Fahrzeugabsatz im August trotz der enormen Händlerrabatte hinter den Erwartungen zurückblieb.

Die Aktien-ETPs der Goldminenunternehmen (A0Q8NC) verzeichneten zum ersten Mal in zehn Wochen Abflüsse im Wert von 9 Mio. USD. Der jüngste Rückgang der Goldpreise löste einen bemerkenswerten Stimmungsumschwung aus und führte zu Gewinnmitnahmen. „Goldminenaktien haben sich seit 2015 im Wert verdoppelt, sodass sie nun als teuer wahrgenommen werden“ so Herr Hein.

Die Anleger wenden sich von europäischen Aktien ab. Die Zuflüsse in Short-ETPs, die auf deutschen und italienischen Aktien beruhen, stiegen auf den höchsten Stand seit 11 beziehungsweise 15 Wochen. Parallel hierzu nahmen die Abflüsse aus Long-ETPs deutscher Aktien in vier der letzten fünf Wochen zu. „Wir meinen, dass die Anleger vor der nächsten Woche mit ihrem prall gefüllten Wirtschaftskalender erst einmal Vorsicht walten lassen“ so Herr Hein. Ganz oben auf der Tagesordnung steht die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, die eine neue Serie interner Inflationsanalysen und BIP-Prognosen veröffentlicht. „Der Markt wartet gespannt auf Hinweise, ob es zu einer Verlängerung des Programms für den Kauf von Wertpapieren über März 2017 hinauskommt und die Auswahlkriterien für den Ankauf der Staatsanleihen auf einer künftigen geldpolitischen Sitzung verfeinert werden könnten“ meint Herr Hein. Auch die Korrektur des geschätzten europäischen BIP-Wachstums sowie der deutschen Industrieproduktion steht Anfang der Woche an.

Im Devisenbereich verkaufen die Anleger in der zweiten Woche in Folge ETPs, mit denen man sich in Euro Short und in US-Dollar Long positionieren kann, diesmal im Wert von 4,8 Mio. USD. Nachdem der USDollar in der zweiten Woche hintereinander zugelegt hat, nehmen die Anleger lieber Gewinne mit.  

Die Zuflüsse in Weizen-ETPs (A0KRJ9) stiegen auf 9,6 Mio. USD und damit auf den höchsten Stand seit sechs Wochen. Die Konsensmeinung geht von einem üppigen globalen Angebot aus, da die Produktionsprognosen für 2016/17 derzeit angehoben werden. Als die Weizenpreise aber am Montag ein 10-Jahres-Tief erreichten, kamen die Schnäppchenjäger aus der Deckung. Sie kauften Weizen-ETPs und profitierten in der zweiten Wochenhälfte von Nachrichten, die die Kurse stützten. Die Europäische Kommission korrigierte ihre Prognose für Weichweizen um fast 8 % nach unten. Daneben dürfte Erwartungen zufolge Indien künftig mehr Weizen importieren, da sich die dortigen Weizenvorräte mittlerweile auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren befinden. Auch diese Entwicklung wirkte sich günstig auf die Kurse aus. 

 

Quelle: ETFWorld.ch

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