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ETF Securities – Wöchentlicher Rohstoffüberblick: Brexit weniger schlimm als erwartet – außerhalb Großbritanniens

Am Freitag, den 1. Juli 2016, erreichten die Zuflüsse in Gold-ETPs mit 263 Mio. USD den höchsten Stand seit ihrer Auflegung. Auch Silber und der Schweizer Franken, sog. „sichere Häfen“, verzeichneten brexitbedingt hohe Zuflüsse….

 
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– Bei Short-GBP-ETPs kam es erneut zu Abflüssen, da Anleger im Zuge der Abwertung des Pfund Sterling Gewinne mitnahmen.

– Nach dem Rückfall auf die Jahrestiefs kam es bei europäischen Aktien, britische Titel ausgenommen, zu einer Schnäppchenjagd.


Nach Großbritanniens unerwarteter Entscheidung, die EU zu verlassen, kam es am Freitag, den 24.6., sowie am Montag, den 27.6., im Zuge eines allgemeinen Abverkaufs zu einer Marktpanik. Am Dienstag begannen sich die Kurse jedoch zu erholen, wobei einige zyklische Werte sogar den Stand vor dem Referendum erreichten. Auf dem Markt hatte sich offenbar die Meinung durchgesetzt, dass die wirtschaftlichen Folgen des Brexit-Votums auf Großbritannien beschränkt bleiben.

In Großbritannien wird die negative Stimmung anhalten, bis mehr über den offiziellen Austritt bekannt wird. Auch wenn der Rest der Welt möglicherweise unbeschadet davonkommt, ist die Zukunft Großbritanniens mit vielen Fragezeichen verbunden. Bisher ist nicht einmal abzusehen, wie die noch unbekannte neue Regierung den EU-Austritt vorbereiten will. Seit dem Absturz um 12,6 % gegenüber dem US-Dollar und um 9,1 % gegenüber dem Euro am letzten Freitag verharrt das Pfund Sterling verglichen mit seinem Stand vor dem Volksentscheid auf einem Rekordtief. Der FTSE 100 hingegen konnte sämtliche Verluste wieder aufholen und steht inzwischen 3,6 % höher als am Tag der Abstimmung. Der FTSE 250, dessen Aktien in höherem Maße von Umsätzen in Großbritannien abhängig sind, befindet sich jedoch nach wie vor 6,3 % darunter. Aufgrund von Gewinnmitnahmen kam es bei Short-GBP-ETPs in der letzten Woche zu Abflüssen in Höhe von 20,5 Mio. USD, während Short-ETPs auf britische Aktien Zuflüsse in Höhe von 10,8 Mio. USD verzeichneten. Die unterschiedlichen Interessen der Führungen Großbritanniens und der EU werden die Unsicherheit auf dem britischen Markt wahrscheinlich verschärfen, obwohl sich Carney beruhigend über die Feuerkraft der Bank of England zur Stützung der Wirtschaft geäußert hat. 

Die Nachfrage nach den ETPs sicherer Anlagewerte nimmt zu, da die Unsicherheit anhält. In der letzten Woche verzeichneten Long-Gold-, Long-Silber- und Long-CHF-ETPs starke Zuflüsse in Höhe von insgesamt 433,5 Mio. USD. Bei GoldETPs kam es am letzten Freitag, den 1. Juli, mit 263 Mio. USD zu den höchsten Zuflüssen seit ihrer Auflegung. Gold und Schweizer Franken wurden in der Vergangenheit aufgrund ihrer Eigenschaft als sicherer Hafen gesucht, da sie es ermöglichen, Portfolios gegen Kursrisiken abzusichern. Wir rechnen damit, dass die erhöhte Nachfrage nach sicheren Anlagen von Dauer sein wird, da der Kampf um die politischen Spitzenämter und der offizielle Austritt aus dem EU-Block für viel Unsicherheit sorgen werden. Während die Bank of England eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik vorbereitet, scheiterten die Deutsche Bank und Santander zum zweiten Mal am Stresstest der Fed, was zur Nervosität der Anleger beiträgt. 

In der Nähe ihrer diesjährigen Tiefs stießen europäische Aktien wieder auf Interesse. Als die Kurse in der letzten Woche Richtung Februartief abrutschten, hielten sich die ETP-Anleger an die Regel „Billig kaufen, teuer verkaufen“. Long-ETPs für europäische Aktien ohne Großbritannien verzeichneten angeführt von Italien und Deutschland Zuflüsse in Höhe von 20,2 Mio. USD. Bei Short-ETPs britischer Aktien kam es ebenso zu Zuflüssen. Die Anleger sind eindeutig der Meinung, dass der Brexit für die britische Wirtschaft größere Nachteile als für die EU-Mitgliedstaaten hat. Verschärft wird dies dadurch, dass alle drei Kreditagenturen das britische Kreditrating von AAA auf AA abgestuft haben. Auf ihrem Treffen in der letzten Woche gaben die EU-Staatschefs die Grundrichtung für die Verhandlungen mit der nächsten britischen Regierung vor: kein „Rosinenpicken“ und keine inoffiziellen Austrittsverhandlungen ohne entsprechenden Antrag. Für Großbritannien tickt die Uhr. Die Aktienmärkte sind bis zum vierten Quartal nicht vor einem weiteren Aufruhr gefeit.

Wichtige Ereignisse in der nächsten Woche. Am Montag ist in den USA Unabhängigkeitstag. Der Brexit und seine Folgen für die britische und europäische Wirtschaft werden weiterhin die Aufmerksamkeit der Anleger in Anspruch nehmen. Am Montag steht eine Rede Draghis auf dem Programm. Am Mittwoch gibt die Fed das Protokoll der letzten Notenbanksitzung frei. Im Laufe der Woche stehen außerdem mehrere Einkaufsmanagerindizes für Juni zur Veröffentlichung an.


Hinweis: Alle in diesem Bericht enthaltenen Angaben über Kapitalflüsse und verwaltetes Vermögen beruhen auf den ETPs von ETF Securities zum 1. Juli 2016 und sind, sofern nicht anders angegeben, in US-Dollar denominiert. Die Performance der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Erträge dar.

 

Quelle: ETFWorld.ch

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