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ETF Securities Research: Vermögensallokation Absicherung gegen Unsicherheit

Überblick: Wie sich während der globalen Finanzkrise und gerade erst wieder nach der EU-Austrittsentscheidung Großbritanniens gezeigt hat, sind Gold und Edelmetalle die Vermögenswerte, mit denen sich die Unsicherheit an den Märkten am besten bewältigen lässt…..

 
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Bei ihrer nächsten Allokationsentscheidung sollten die Anleger die folgenden Szenarios berücksichtigen: die anhaltende Niedriginflation, die Abkühlung des verarbeitenden Gewerbes und ein Rückfall in die Rezession.

Um das Portfolio in Phasen einer sich abkühlenden Produktion vor Abwärtsrisiken zu schützen, sollten Aktien mit stabilen Umsätzen den Vorzug erhalten.

In Phasen steigender globaler Frühindikatoren verbessert eine Allokation in Nebenwerte die Rendite eines aus 40 % Anleihen und 60 % Aktien bestehenden Standardportfolios um 35 %.


Die immer unwahrscheinlichere Zinsanhebung und die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA, der Austritt Großbritanniens aus der EU, die zusätzlichen geldpolitischen Anreize der EZB zur Stützung der EU-Länder und ein China, dem es nicht leicht fällt, die Wachstumserwartungen zu erfüllen – 2016 war bisher ein nicht unproblematisches Jahr für Anleger. Nachrichten und Gerüchte geben in allen Bereichen die Marktbewegungen vor. Entsprechend bewegen sich alle Anlageklassen parallel. Anleger sind in diesem volatilen Umfeld öfter als vorgesehen zur Überprüfung ihrer Allokationsstrategien gezwungen und bevorzugen entsprechend kurzfristige taktische Geschäfte.

In diesem Artikel betrachten wir das verarbeitende Gewerbe, die Inflation und die Frühindikatoren und zeigen, welche Vermögenswerte in verschiedenen Szenarios am besten bzw. am schlechtesten abgeschneiden. Wir werfen auch einen Blick auf die Möglichkeiten, ein Portfolio abzusichern oder besser aufzustellen.

Gold und Edelmetalle –  bei Unsicherheit erste Wahl Der erschütternde Entscheid des britischen Referendums, die Europäische Union zu verlassen, versetzte die Finanzmärkte in Panik. Anleger müssen grundsätzlich in der Lage sein, ihre Portfolios gegen Schocks abzusichern, wenn Vermögenswerte infolge eines unerwarteten Ereignisses unterschiedlos und aggressiv abverkauft werden.

Wir haben uns angesehen, wie die einzelnen Anlagenklassen in den sechs Monaten nach den folgenden Finanzkrisen abgeschnitten haben: der globalen Finanzkrise von 2008, dem arabischen Frühling und der jüngsten Marktschließung in China.

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Der vorstehende Chart zeigt, dass Gold und Edelmetalle einem Portfolio in Phasen hoher Marktunsicherheit nach wie vor am zuträglichsten sind. Nach dem jeweiligen Marktschock rentierte Gold nicht-annualisiert 21 %, 22 % und 24 % und ein Edelmetallkorb 15 %, 30 % und 23 %. Anleihen entwickelten sich in denselben Phasen ebenfalls tendenziell gut.

Aktien mit stabilen Gewinnen – Schutz gegen Kursrückgänge

Die Frage nach der Zukunft Großbritanniens und der EU trägt zur Unsicherheit auf den globalen Finanzmärkten bei, was sich wiederum auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte. Welche Vermögenswerte stechen in Abkühlungsphasen hervor? 

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Der vorstehende Chart zeigt die Vermögenswerte, die während einer Abkühlung des globalen verarbeitenden Gewerbes am besten bzw. am schlechtesten abschneiden. Angegeben sind die durchschnittlichen monatlichen Renditen der Vermögenswerte in den Monaten, in denen sich die Indikatoren für das globale verarbeitende Gewerbe auf einem Zehnjahrestief befanden.

Aktien mit stabilen Umsätzen, zum Beispiel Energieinfrastruktur-, Cybersecurity- und Nebenwerte entwickeln sich aufgrund der Art ihres Geschäftsgegenstands tendenziell am besten. Bei Energieinfrastrukturunternehmen, bei denen es sich um sogenannte Midstream-MLPs (Master Limited Partnerships) handelt, unterzeichnen die Kunden in der Regel langfristige Verträge. In Marktnischen wie Cybersecurity sind die Preise unelastisch und nicht-zyklisch.

Inflation und Wachstumsindikatoren

In diesem Abschnitt analysieren wir vier verschiedene Szenarios, in die die globale Inflation und das Wachstum eingehen.
Wie in der nachstehenden Tabelle zusammenfassend dargestellt, beobachteten wir, dass sich Energieinfrastrukturwerte und Cybersecurity-Aktien unabhängig von der Inflation auch während einer Abkühlung gut entwickeln.

China- und Schwellenmarktaktien sowie die Werte des Robotiksegments gehören in Phasen der Niedriginflation ungeachtet des globalen Wachstums zu den zehn Bereichen, die am besten abschneiden. Schwellenmarktanleihen landen in Hochinflations- und Abkühlungsphasen auf dem sechsten Platz.

Agrarrohstoffe finden sich konzentriert im rechten unteren Quadranten, wo die Inflation hoch ist und sich das Wachstum beschleunigt.

Metalle mit industriellen Anwendungen profitieren am meisten von einem sich beschleunigenden Wachstum, wobei die Inflationsdynamik keine Rolle spielt, während Gold am besten in Hochinflationsphasen bei gleichzeitiger Abkühlung abschneidet.

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In der Tabelle fällt auf, dass US-Nebenwerte mit geringer Marktkapitalisierung in drei der vier Szenarios zu den Top-10Gewinnern gehören. Lediglich im Umfeld eines sich beschleunigenden verarbeitenden Gewerbes während einer Hochinflationsphase war dies nicht der Fall.

Argumente für Nebenwerte

Auf der Grundlage der vorangehenden Szenarioanalyse entwickelten wir eine Relative-Trade-Strategie, die Nebenwerte geringer Marktkapitalisierung und hochkapitalisierte Standardwerte einsetzt. Die Frage war, ob sich mit ihrer Hilfe das Risiko-Rendite-Profil des Portfolios verbessert.

Unserer Analyse lag als Benchmark ein Portfolio zugrunde, das aus 60 % globalen Standardwerten und 40 % globalen Anleihen bestand, und als Handelssignal diente ein globaler Frühindikator. Wenn der globale Frühindikator steigt und eine Expansion der Wirtschaft anzeigt, wird der Aktienanteil in Nebenwerte investiert. Fällt der globale Frühindikator, was einer Konjunkturabkühlung entspricht, wird wieder in Standardwerte umgeschichtet.

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Der vorstehende Chart zeigt, dass das beschriebene RelativeTrade-Portfolio die Benchmark über einen Zeitraum von 17 Jahren um 35 % übertraf. Das entspricht einer Informationsratio von 0,6.

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Im Vergleich zur Benchmark verbessert die Relative-TradeStrategie auch die Sharpe-Ratio von 0,42 auf 0,58.

Quelle: ETFWorld.ch

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