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ETF Securities: Markteinblick – Devisen: Enttäuschungen schaffen Raum für neue Chancen

Notenbanken bleiben hinter den Erwartungen zurück….

 
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Als die US-Notenbank nach ihrer geldpolitischen Sitzung am Mittwoch mit einer moderaten Botschaft vor die Öffentlichkeit trat, gab der US-Dollar handelsgewichtet um ungefähr 1,2 % nach. Die deutlichen Hinweise der Fed-Vorsitzenden Yellen, dass es im Dezember zu einer Zinsanhebung kommen werde, blieben aufgrund ihrer Abwärtskorrekturen ungehört.

Die Wachstumsprognose für das Kalenderjahr 2016 sank um 0,2 % auf 1,8 %, und die projizierte geldpolitische Entwicklung geht nur noch von einer Zinsanhebung in diesem Jahr gefolgt von zwei weiteren im nächsten Jahr aus, nachdem im Juni noch zwei beziehungsweise drei Anhebungen vorausgesagt worden waren (s. Abb. 1).

Die Fed schien mit der Änderung ihrer Annahmen eher den jüngsten Inflationsanstieg abstützen zu wollen, was ihre weiterhin abwartende Haltung im aktuellen Straffungszyklus immerhin rechtfertigen würde. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Fed mit dieser Taktik Gefahr läuft, einen geldpolitischen Fehler zu begehen. Der heimische Inflationsdruck steigt weiter und droht die Inflationserwartungen aus ihrer Verankerung zu reißen (s. Warum der Offenmarktausschuss die Zinsen anheben sollte – und warum er sich sträubt). Da auch die Bank of Japan am Mittwoch keinen hinreichend expansiven geldpolitischen Rahmen fand, explodierte das Währungspaar USD/JPY intraday um 2,61 %, sodass es sich nun mehr und mehr in überverkauftem Terrain befindet.

28092016

– Wenn der US-Arbeitsmarktbericht in den nächsten drei Monaten Stärke zeigt, wird dies wahrscheinlich zu einer bis Jahresende dauernden Rally des US-Dollar führen, wenn der Markt die zunehmend wahrscheinlichere Zinsanhebung im Dezember einpreist. Dieses Szenario hätte vor allem Folgen für die Währungspaare USD/JPY und AUD/USD, die schon nach der Enttäuschung der letzten Tage erhebliche Schwankungen zeigten.
 
Kurse unverändert
 
– Legt man die Meinung der Märkte zugrunde, hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Dezember kaum verändert. Tatsächlich ist sie nach der Mittwoch-Sitzung sogar von 58,7 % auf 58,4 % leicht zurückgegangen. Da Yellen ausdrücklich erklärte, dass „das Argument für eine Zinsanhebung an Überzeugungskraft gewonnen hat“ und die drei Ausschussmitglieder Esther George, Loretta Mester und Eric Rosengren in Abweichung von der Mehrheitsmeinung für eine sofortige Anhebung der Leitzinsen votierten, ist dies durchaus erstaunlich. Vor genau einem Jahr hatte sich nur das Ausschussmitglied Jeffrey Lacker für eine Straffung ausgesprochen. Sollten also die anstehenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten bestätigen, dass die Fed bei der Erreichung ihrer geldpolitischen Ziele Fortschritte macht, dürfte eine Dezember-Anhebung in den aktuellen Kursen nicht ausreichend berücksichtigt sein und für die Freisetzung ihrer Anstiegspotenziale sorgen.
 
Währungspaare erreichen die Limits
 
– Nach der moderaten Fed-Sitzung näherten sich die Währungspaare USD/JPY und AUD/USD der Unter- beziehungsweise Obergrenze ihrer Handelsspanne an, das heißt, sie liefen in die Unterstützung beziehungsweise den Widerstand von Mitte August. Das Währungspaar USD/JPY testete die psychologisch wichtige Marke von 100, AUD/USD lief die Marke von 0,77 an, die es mit Schlusskurs seit April nicht mehr überwinden konnte. Die Momentum-Indikatoren zeigen außerdem, dass die Kurse zunehmend überdehnt sind. Das heißt, sobald der Markt eine aggressivere Geldpolitik der Fed einpreist, könnten die Währungspaare ihr Anstiegs- beziehungsweise Absturzpotenzial realisieren.

* Alle Zahlen von Bloomberg, sofern nicht anders angegeben.

 

Quelle: ETFWorld.ch

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