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ETF Securities – Anlageeinblick: Potenzielle Vorteile einer Allokation in Edelmetallen

Die Aufnahme von Edelmetallen in ein diversifiziertes Aktien-Anleihe-Portfolio verbessert historisch gesehen die Portfolioeffizienz: das Risiko sinkt, die Rendite steigt…


Edelmetalle sind wichtige Instrumente des Risikomanagements. Sie ermöglichen eine wirksame Diversifizierung der Risikowerte, verkürzen die Verluststrecken bei volatilen Aktienmärkten und dienen der Absicherung von Marktturbulenzen.
Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium gewannen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung als Anlagealternativen, die bei der Vermögensallokation Berücksichtigung finden sollten. Obwohl sie zu den ältesten Finanzinstrumenten zählen, sind sie nach wie vor eine unterschätzte und unzureichend genutzte Anlagemöglichkeit. Dies ist in vielen Fällen eine Chance, die Diversifizierung zu erhöhen und von den Anlagemerkmalen der Edelmetalle zu profitieren, die einer Vermögensallokation in der Vergangenheit zugute kamen.
 
Darüber hinaus verläuft die Entwicklung der Edelmetalle im Laufe der Zeit unterschiedlich, da keines dauerhaft besser als die anderen abschneidet. Ein diversifizierter Edelmetallkorb entwickelt sich tendenziell einheitlicher als die jeweiligen Metalle und ermöglicht ein Engagement in den zyklischen und nicht-zyklischen Treibern von Gold, Silber, Platin und Palladium. Mit einem Korb lassen sich die Diversifizierungsvorteile nutzen und zugleich die einzigartigen Eigenschaften wahren, die Edelmetallen innewohnen.
Ein wesentlicher Vorteil von Edelmetallanlagen ist ihre besondere Eignung als Risikomanagementinstrument. Sie können im Rahmen der Risikosteuerung zahlreiche Aufgaben übernehmen und ermöglichen die dynamische und facettenreiche Absicherung vieler Risikoarten. Außerdem bieten sie erwiesenermaßen Schutz in ausgedehnten Verluststrecken. Dies ist insbesondere für langfristige Anleger interessant, die sich gegen das Spektrum der bekannten und unbekannten Risiken lückenlos absichern möchten.  
Edelmetalle wiesen in der Vergangenheit nur eine geringe Korrelationen mit den meisten Anlageklassen auf.
Insbesondere mit US-Aktien und globalen Aktien korrelierten sie den letzten 20 Jahren weniger stark als andere alternative Anlagen (s. Abb. 1). Der Grund für die geringe Korrelation sind die unterschiedlichen Nachfragequellen für Gold, Silber, Platin und Palladium. Die prozyklische Nachfrage nach Schmuck, Konsum und industriellen Anwendungen etwa steigt, wenn Wachstum und Einkommen konjunkturbedingt zunehmen.
 
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Die antizyklische Nachfrage, vor allem der Anleger, erhöht sich in konjunkturellen Flauten und bei Markteinbrüchen, wenn das Interesse an Wertaufbewahrungsmitteln und defensiven Vermögenswerten zunimmt. Da die prozyklische und die antizyklische Nachfrage zu unterschiedlichen Zeiten entsteht, fällt die Korrelation mit dem breiteren Markt und dem Konjunkturzyklus unter dem Strich niedriger aus. Entsprechend wirken Edelmetalle in Bezug auf traditionelle Risikowerte, vor allem Aktien, diversifizierend. Mit Edelmetallen können Anleger zur Diversifizierung des Aktienengagements beitragen. 
 
Diese Eigenschaft ist heute umso wichtiger, da die Diversifizierung des Portfolios seit der Finanzkrise von 2008 schwieriger geworden ist. Im Bereich der alternativen Anlagen stiegen die Korrelationen 2008 im Vergleich zu den Jahren 1996 bis 2007 drastisch an. Seither korrelieren mehrere alternative Anlagemöglichkeiten immer noch stärker mit den globalen Aktien als vor der Krise, insbesondere Rohstoffe und REITs. Inzwischen sind Edelmetalle die einzige Ausnahme, was ihre Wirksamkeit als echte Anlagealternative weiter unterstreicht.
Edelmetalle haben sich außerdem in extremen Ereignissen und Marktturbulenzen als stabil erwiesen. Sichtbar wird dies an der relativen Performance gegenüber globalen Aktien in den bedeutenden Phasen der Marktunsicherheit der letzten Jahrzehnte (s. Abb. 2). Ein Edelmetallkorb entwickelt sich höchst erfreulich – und verzeichnet positive Renditen – in Phasen erhöhter Turbulenzen und Volatilität, in denen globale Aktien negative Renditen erzielen und lange Verluststrecken aufweisen.
Während solcher Ereignisse erleben globale Aktien in der Regel umfangreiche Abverkäufe, weil die Anleger ihr Engagement in Risikowerten verringern wollen und in einem Umfeld der steigenden Angst und Unsicherheit stabilere defensive Anlagen suchen. Die Performance zeigt, dass Edelmetalle Schutz vor Abwärtsrisiken bieten und als Instrument des Risikomanagements einen Beitrag zur Steuerung des Aktienengagements leisten können.
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Es ist offensichtlich, dass es sich bei Edelmetallen um potente Diversifizierungsmittel handelt. Der wahre Nutzen einer Allokation tritt allerdings erst dann zutage, wenn sie einer diversifizierten Portfolioallokation hinzugefügt werden. Mit der Aufnahme von Edelmetallen in ein diversifiziertes AktienAnleihe-Portfolio kann sich die Portfolioeffizienz im Vergleich zu einem diversifizierten Portfolio ohne Edelmetalle verbessern, das heißt, das Portfoliorisiko nimmt ab, obwohl die Portfoliorendite gleich bleibt oder steigt.
Dieses Prinzip lässt sich anhand eines Edelmetallkorbs und einer festen Allokation bestehend aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen (60/40) veranschaulichen. Dieses Portfolio wird oft als Standard-Stellvertreter eines diversifizierten Portfolios mit einem ausgewogenen oder moderaten Risikoprofil herangezogen. Beginnt man mit einer normalen 60/40-Allokation ohne Edelmetalle kann man feststellen, dass die Gesamtrendite annualisiert 3,9 % und die Gesamtvolatilität des Portfolios 9,5 % beträgt. Zieht man die Rendite des dreimonatigen US-Schatzwechsels (stellvertretend für einen „risikofreien“ Titel) von der Portfoliorendite ab und dividiert das Ergebnis durch die Volatilität, erhält man für das 60/40-Portfolio eine risikoadjustierte Renditekennzahl, die Sharpe-Ratio, von 0,22. Diese Ratio lässt sich verbessern, indem man eine Allokation in einen Edelmetallkorb aufnimmt, und verschiedene Szenarios und Gewichtungen durchspielt. Eine Edelmetallallokation von 5 %, die durch eine Reduzierung der Aktienallokation von 60 % auf 55 % finanziert wird, sorgt für einen Rückgang der Portfoliovolatilität auf 9,0 %, während die Portfoliorendite leicht auf 4,2 % und die Sharpe-Ratio von 0,22 auf 0,26 ansteigt (s. Tab. 1). Bei einer Edelmetallallokation von 10 % steigen die annualisierte Rendite und die Sharpe-Ratio auf 4,4 % bzw. 0,29, während die Volatilität auf 8,7 % fällt.  
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In diesen Ergebnissen spiegeln sich die Effizienz und die Wirksamkeit der Edelmetalle als das Aktienrisiko diversifizierende Vermögenswerte wider. Wenn man die Aktienallokation verringert und durch Edelmetalle ersetzt, wird das Portfolio langfristig effizienter. Doch lässt sich der Nutzen der Edelmetallallokation nicht nur mit dem Abbau des Aktienanteils erzielen. Mit demselben Prinzip kann man Aktien und Anleihen eines Portfolios gleichermaßen ersetzen, um eine Aufnahme von Edelmetallen zu finanzieren.  
Wenn man zum Beispiel in einem 60/40-Portfolio Aktien und Anleihen anteilig reduziert, so dass das Verhältnis von 60 Prozent Aktien zu 40 Prozent Anleihen gewahrt bleibt, verzeichnet das Portfolio immer noch einen Effizienzanstieg. Nimmt man in ein Portfolio eine Edelmetallallokation von 10% auf und verteilt die restlichen 90% im Verhältnis 60/40 auf Aktien und Anleihen, so fällt die Volatilität auf 9,3 % – nach 9,5 % für das edelmetallfreie Portfolio. Die Sharpe-Ratio steigt auf 0,26, da die Portfoliorendite leicht zunimmt und das Portfoliorisiko fällt.
 
Das Ergebnis ist eine effizientere Vermögensallokation, unabhängig davon, ob die Aufnahme von Edelmetallen in das Portfolio durch die Umschichtung von Aktien oder die Umschichtung von Aktien und Anleihen erfolgt. Wie dieses einfache Beispiel veranschaulicht, können Portfolios ihre Risiko-Rendite-Niveaus besser steuern, wenn sie eine aktive Allokation in Edelmetallen aufweisen. Obwohl die richtige Gewichtung je nach Risikoprofil und Anlageziel des Anlegers unterschiedlich sein kann, ist eine ganz fehlende Allokation in Edelmetallen suboptimal.
 
Quelle: ETFWorld.ch

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