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BlackRock Global ETP Landscape Report für Mai 2016

Die Highlights: Weltweit verbuchten ETPs im Mai 10,7 Milliarden Dollar frisches Kapital. Damit lagen die Nettozuflüsse trotz der rückläufigen weltweiten Risikoneigung in etwa so hoch wie im April, als es 11,1 Milliarden Dollar gewesen waren….


Ursula Marchioni, Chef-Strategin in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA)


Anleihen-ETPs verzeichneten mit Nettozuflüssen in Höhe von 9,7 Milliarden Dollar einen weiteren starken Monat und anhaltendes Momentum. Seit Anfang 2016 belaufen sich die zusätzlichen Investitionen in diesem Segment auf 61,8 Milliarden Dollar – so viel wie in keinem Jahr zuvor zwischen Anfang Januar und Ende Mai.

Produkte auf globale Schwellenländeraktien waren der Treiber im Bereich Aktien-ETPs. Entsprechende Produkte verbuchten 5,2 Milliarden Dollar, während die Zuflüsse in ETPs auf US-Aktien mit 0,9 Milliarden Dollar verhaltender ausfielen.

Im Bereich Low- bzw. Minimum-Volatility-Strategien haben Anleger ihre Engagements, die bereits auf Rekordniveau liegen, weiter ausgebaut. Im Mai vertrauten sie diesen Produkten unter dem Strich 2,6 Milliarden Dollar frisches Kapital an, das sowohl ETPs auf US-Aktien als auch ETPs auf die Aktienmärkte anderer Industriestaaten zugutekam. Seit Anfang 2016 haben Anleger unter dem Strich 14,4 Milliarden Dollar in Low- bzw. Minimum-Volatility-Strategien investiert – mehr als im bisherigen Rekordgesamtjahr 2015 mit 11,6 Milliarden Dollar.

Aktien-ETPs verzeichneten Nettoabflüsse in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar. Damit hat sich der Trend der vorhergehenden beiden Monate, als es Zuflüsse gegeben hatte, infolge der abnehmenden Risikoneigung umgekehrt.

In Rohstoff-ETPs investierten Anleger aufgrund der starken Nachfrage nach Goldfonds im Mai 4,1 Milliarden Dollar zusätzlich.

Ursula Marchioni, Chef-Strategin für iShares in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) bei BlackRock, kommentiert:

„Die Zuflüsse im Mai legen nahe, dass bei ETP-Anlegern keine klare Präferenz vorherrscht. Denn einige der Mittelbewegungen sprechen für eine steigende Risikoneigung, andere für eine zurückgehende. Angesichts des politischen Umfeldes, das Unsicherheit schürt, ist das nicht überraschend.

Die Mittelbewegungen deuten darauf hin, dass Anleger ihren Enthusiasmus für europäische und japanische Aktien aus dem vergangenen Jahr nun für übertrieben halten könnten und sich aus ihnen zurückziehen. Beide Bereiche verbuchten 2015 ETP-Zuflüsse in Rekordhöhe. US-Aktien sind offenbar die einzige Bastion moderaten Wachstums, aber sie sind hoch bewertet.

Der Grossteil der Zuflüsse im Anleihenbereich ging angesichts der Tatsache, dass die Renditen bei Staatspapieren auf Rekordtiefs liegen, in Richtung Kreditpapiere. Anleger hoffen so, die noch verfügbaren Renditen abzuschöpfen. Allerdings könnte diese Rally an Fahrt verlieren, wenn die Europäische Zentralbank bei den Käufen von Unternehmensanleihen an ihr Limit stösst oder wenn die US-Notenbank Fed die Zinsen deutlich anhebt. Investmentgrade-Anleihen haben Nettozuflüsse in Höhe von 2,8 Milliarden Euro verbucht, gefolgt von Produkten auf verschiedene Sektoren, auf den breiten Markt, auf Schwellenländerpapiere und inflationsgeschützte Staatsanleihen.

Gold-ETPs haben im Mai 4,1 Milliarden Dollar verbucht, das entspricht dem zweithöchsten monatlichen Zufluss im laufenden Jahr. Obwohl die Goldpreise im Verlauf des Monats gefallen sind, haben Anleger in Rekordumfang Goldprodukte gekauft und damit eine Flucht in Sicherheit signalisiert. Gold und Aktien korrelieren in diesem Jahr wieder negativ, nachdem sie infolge der geldpolitischen Massnahmen jahrelang positiv korreliert haben. Daher wenden Anleger sich dem Edelmetall zu, um ihre Portfolios zu diversifizieren.

In Europa waren die Mittelbewegungen im Mai von Anleihen-ETPs bestimmt: 1,8 Milliarden Dollar gingen auf das Konto von Investmentgrade-Kreditpapieren, während Aktien Abflüsse in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar verbuchten. Insgesamt sieht das Bild am europäischen ETP-Markt in etwa so aus wie auf globaler Ebene.“

 

Quelle: ETFWorld.ch

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