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Anleihenliquidität, Brexit und Aktienrally beflügeln einer Studie von Greenwich Associates zufolge den ETF-Einsatz unter institutionellen Investoren

Institutionelle Investoren aus Europa setzen börsennotierte Indexfonds (ETFs) so verbreitet ein wie nie zuvor…..

Christian Gast, Head iShares und Index Investing Schweiz


Die Investoren nutzen die Fonds, um die Liquidität ihrer Anleihenbestände zu optimieren und um die Volatilität, die mit Ereignissen wie dem Brexit einhergeht, zu managen. Zudem verschaffen sie sich auf diese Weise Zugang zu Anlageklassen, von denen sie 2017 überdurchschnittliche Wertentwicklungen erwarten, vor allem im Bereich Aktien aus Industrie- und Schwellenländern.

Versicherer sind unter den institutionellen Investoren aus Europa inzwischen die Gruppe, die ETFs am häufigsten einsetzt, zeigt eine Studie des Analyse- und Beratungsunternehmens Greenwich Associates im Auftrag von BlackRock. Daran haben 132 institutionelle Investoren aus Europa teilgenommen. Damit haben Versicherer die Gruppe der Asset Manager, die ETFs 2015 besonders verbreitet nutzte, überholt. Unter den Pensionsfonds verwenden nun fast sechs von zehn Befragten ETFs, im vergangenen Jahr waren es nur vier von zehn.

 07 03 17 ISHARES

Christian Gast, Head iShares und Index Investing Schweiz, sagt: „ETFs kommen bei einer vielfältigeren Schar institutioneller Investoren zum Einsatz als je zuvor. Die Investoren passen ihre Anlageansätze an das veränderte Marktumfeld – einschliesslich dem Vorgehen der Notenbanken, erhöhter Volatilität im Zusammenhang mit Ereignissen wie dem Brexit und der US-Wahl sowie anhaltenden Liquiditätshürden im Anleihenbereich – an.

ETFs sind hoch effiziente Instrumente. Sie ermöglichen Investoren, diese Herausforderungen zu meistern und helfen, risikobereinigte Renditen so effizient wie möglich zu erzielen. Das hat dazu geführt, dass ETFs, die ursprünglich vor allem in Aktienportfolios zum Einsatz kamen, inzwischen verbreitet genutzt werden. Wir erkennen, dass sie sich bei institutionellen Investoren zu einer Standardkomponente im Anleihenbereich entwickeln. Zudem sehen wir im Jahr 2017, dass institutionelle Investoren sich verstärkt Rohstoff-ETFs zuwenden, weil Sachwerte allmählich vom besseren Wachstum und der erwarteten Reflation profitieren.“

Die Ergebnisse der Studie lassen fünf Faktoren erkennen, wegen der institutionelle Investoren vermehrt ETFs einsetzen:

Verbesserung der Liquidität, speziell im Bereich Anleihen: Der Anteil der Investoren, die ETFs im Rahmen des Liquiditätsmanagements einsetzen, ist 2016 auf 45 Prozent gestiegen, 2015 waren es 36 Prozent gewesen. Liquiditätsmanagement dürfte der treibende Faktor sein, Anleihen-ETFs erstmals zu nutzen. Der Umfrage zufolge plant einer von zehn Befragten, die Fonds 2017 erstmals einzusetzen. Hintergrund ist, dass Investoren angesichts der Vorschriften des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zur Regulierung von Banken – auch bekannt unter Basel III – eine verringerte Liquidität am Anleihenmarkt wahrnehmen.

Volatilitätsmanagement im Zusammenhang mit Marktereignissen wie dem Brexit: Der Anteil der institutionellen Investoren, die ETFs im Risikomanagement oder im Rahmen von Overlay-Strategien verwenden, ist 2016 auf 36 Prozent gestiegen (2015: 28 Prozent). Greenwich zufolge lässt sich das auf die erhöhte Volatilität im Zusammenhang mit dem Brexit sowie auf strukturelle Veränderungen an den europäischen und globalen Anleihenmärkten zurückführen.

Ergänzung und Ersatz anderer Anlageinstrumente: Ein Drittel der institutionellen Investoren hat bestehende Futures-Positionen 2016 durch ETFs ersetzt. Dieser Trend dürfte anhalten, denn die Hälfte der befragten ETF-Nutzer plant für dieses Jahr entsprechende Schritte, allen voran Asset Manager und Versicherer.

Risikomanagement und Niedrigzinsumfeld meistern: In Erwartung anhaltend niedriger Zinsen und angesichts der Aussicht auf erhöhte Volatilität  planen drei Viertel der momentanen ETF-Nutzer, Smart-Beta-ETFs 2017 stärker einzusetzen. Das sind deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als die Quote bei 57 Prozent lag. Vor allem Asset Manager dürften ihre entsprechenden Positionen ausbauen, vier von fünf Befragten äusserten sich entsprechend.

Zugang zu Märkten, die sich 2017 überdurchschnittlich gut entwickeln dürften: 86 Prozent der befragten institutionellen Investoren nutzen Aktien-ETFs. Von diesen plant ein Drittel, die Aktienquote 2017 zu erhöhen. Das steht im Zusammenhang mit der Erwartung der Befragten, dass Aktien aus Industriestaaten (47 Prozent) und aus Schwellenländern (29 Prozent) sich bis zum Ende dieses Jahres am besten entwickeln werden.

Quelle: ETFWorld.ch

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