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Amundi: Vier Gründe, warum ESG-Fonds besser durch die Krise kommen

Amundi: Bereits vor der Coronakrise sind ESG-Kriterien von Unternehmen zu einem wichtigen Investmentkriterium geworden …

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Diverse Studien haben gezeigt, dass die Aktienkurse von Unternehmen mit einer besseren ESG-Performance tendenziell besser performten. Amundi ist der Frage nachgegangen, ob dieser Trend auch in Krisenzeiten fortbesteht und hat vier Argumente dafür gefunden:

    Outperformance von ESG-Fonds: ESG-Vorreiterbranchen wie das Gesundheitswesen sind tendenziell pandemiefest – belastete Sektoren wie der Verkehr leiden

    Zuflüsse in ESG-Fonds: ESG-Investoren sind eher langfristig engagiert, während sich Anleger mit kürzerem Zeithorizont und höherem Liquiditätsbedarf in konventionellen Aktien-ETFs mit größerem Handelsvolumen und höherer Liquidität positionieren, die in der Krise stark verkauft wurden

    Loyalität von ESG-Investoren: Eine gute ESG-Bilanz kompensiert bei einigen Investoren eine geringere Performance. In Krisenphasen zeigt sich dies an geringeren Verkäufen

    ESG wird in der Coronakrise als ein defensives Merkmal wahrgenommen

Während der MSCI World Index im März um 14,5% fiel, haben sich 62 % der ESG-Large-Cap-Fonds besser als der Index entwickelt. 42 % der in den USA registrierten offenen Fonds und ETFs wurden laut Morningstar im ersten Quartil ihrer Kategorie eingestuft. Diese Outperformance ist teils auf den Fokus dieser Fonds auf Branchen zurückzuführen, die weniger vom Lockdown und Kontaktbeschränkungen betroffen sind, wie beispielsweise Technologie oder Telekommunikation, aber nicht nur.

Amundi analysierte zudem die Mittelzu- und -abflüsse in 1.662 ETFs, die auf dem US-Markt notiert sind  – darunter 75 ESG-ETFs, 24 im Bereich Umwelt und Co2-Reduktion, Wasser oder saubere Energie und 53 im Gesundheitswesen. Die Nachfrage nach ESG-ETFs ist während der gesamten bisherigen Krise weiter gestiegen, während bei traditionellen Aktien-ETFs  zu Beginn der Lockdown-Massnahmen im Februar massive Verkäufe zu verzeichnen waren.

Kumulierte Mittelzuflüsse in ETFs mit US-Vertriebszulassung während der Coronakrise (in Mrd. USD)

17062020

Dass ESG-Fonds widerstandsfähiger sind, ist nicht völlig neu. Während der Subprime-Krise waren wir Zeugen eines vergleichbaren Phänomens, allerdings in geringerem Ausmass. So war beispielsweise die durchschnittliche Wachstumsrate von in den USA notierten ETFs bei ESG-Aktienfonds durchschnittlich 1,7-mal höher als bei konventionellen Titeln, während sie vor der Krise nur 1,3-mal höher war. Während der akuten Covid-19-Krise war die tägliche Wachstumsrate bei ESG-Fonds 4,6-mal höher als bei konventionellen Fonds, während sie zuvor nur 1,3-mal höher war.

  1. ESG-Branchen sind tendenziell pandemiefest – belastete Branchen leiden

Es gibt mehrere Gründe, dass sich ESG-Investments in der Crash-Phase besser schlagen. So ist es möglich, dass Anleger ESG-Fonds als „pandemiefest“ empfunden haben. Bei der Konstruktion neigen ESG-Fonds dazu, Branchen überzugewichten, die die akute Krise im ersten Quartal besser überstanden haben, wie z.B. das Gesundheitswesen und Technologie, und diejenigen unterzugewichten, die am stärksten betroffen waren, wie z.B. Verkehr oder Energie.

  1. ESG-Investoren denken langfristig

Ein weiterer Grund kann in der Trennung der Marktsegmente liegen. So könnten sich Anleger mit kürzerem Zeithorizont und höherem Liquiditätsbedarf in konventionellen Aktien-ETFs mit größerem Handelsvolumen und höherer Liquidität positionieren. Dies würde die deutlichen Abflüsse aus diesen Fonds in der Krise erklären, während Anleger mit längerem Zeithorizont in ESG-Fonds tendenziell investiert bleiben könnten.

  1. Die Loyalität ist hoch

Zudem ist es möglich, dass Anleger eine grössere „Loyalität“ gegenüber ESG-Investments haben. Analysen zeigen, dass die Zuflüsse in ESG-Fonds sensibler als herkömmliche Fonds auf positive Renditen in der Vergangenheit reagieren, aber weniger auf negative Renditen. Eine Annahme, die damit übereinstimmt, ist, dass Anleger aus dem einfachen Akt des verantwortungsvollen Investierens einen positiven Nutzen ziehen. Dieser gleicht die mit einer negativen Performance verbundenen Nachteile eventuell aus und veranlasst Investoren, ihre ESG-Fonds in Krisenzeiten zu behalten.

  1. Erwartung, dass andere gleich agieren

ESG-Fonds könnten ausserdem die Rolle eines sicheren Hafens eingenommen haben. Anleger erwarten, dass andere das Gleiche wie sie tun. Solche Präferenzen manifestieren sich in Krisen gewöhnlich in Form von Kapitalumschichtungen zwischen Anlageklassen, aber auch innerhalb jeder Anlageklasse zwischen verschiedenen Marktsegmenten. In der Covid-19-Krise – die eindeutig starke soziale und ökologische Auswirkungen hat – scheinen Investoren eine starke ESG-Performance als ein defensives Merkmal wahrgenommen zu haben.

Präferenz für ESG wird sich trotz Krise weiter erhöhen

Die Covid-19-Krise hat ESG-Überlegungen weiter in den Vordergrund gerückt. Neben sozialen Aspekten scheinen Anleger auch das Umwelt- und Klimaengagement von Unternehmen positiv bewerten. Die aktuelle Krise erinnert uns daran, dass Naturkatastrophen plötzlich eintreten können und dass wir verwundbarer sind, als wir dachten.

Ob ESG-Themen angesichts der grossen wirtschaftlichen und finanziellen Probleme, mit denen wir in den nächsten Jahren konfrontiert sein werden, weiterhin Priorität für Investoren haben werden, lässt sich nicht abschliessend prognostizieren. Unsere Analyse deutet jedoch darauf hin, dass ESG-Themen während dieser Krise eher wichtiger geworden sind.

Quelle : ETFWorld.ch

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